Mord an Kirsten Sahling im Spandauer Forst:das falsche Profil

Im Sommer 2009 wurde eine Psychologin namens Kirsten Sahling im Spandauer Forst beim Joggen bzw. genauer gesagt bei Chi Gong Übungen erstochen. Ich bin ja bekanntermaßen kein Freund dieser Berufsgruppe, weil die ja derartige Täter immer wieder “ wissenschaftlich begründet“ als ungefährlich haftlockert. Was bundesweit zu 5 Tötungsdelikten in den letzten 5 Jahren führte.
Aber auch Psychologinnen sollten nicht umgebracht werden. Und selbst sie haben es nicht verdient, daß eine meines Erachtens unprofessionell agierende Polizei den Fall versemmelt.
Die sucht nämlich, ich zitiere die Morgenpost vom 22.12.2013, einen Täter:
 15 bis höchstens 25 Jahre alt, etwa 175 Zentimeter groß, schlank, mitteleuropäischer Typ, kurze Haare. Auffällig weiße Kleidung. Ein Mountainbike in Rot oder zumindest mit roten Bauteilen.
Die Polizeikommissare heißen laut Morgenpost Norma Neufindt und Thomas Scherhant und wissen diese Täterbeschreibung so genau durch Zeugen, inklusive des Mordopfers,welches vor ihrem Versterben anderen Zeugen noch den Täter beschreiben konnte. Außerdem gibt es ein sehr unscharfes Video des mutmaßlichen Täters.
Warum versemmelt die Polizei den Fall?Die haben doch sicher ganz viel studiert in den Polizeihochschulen und bestimmt viele Belobigungen gesammelt und immer alles ganz richtig getreu der herrschenden Polizeilehre gemacht.
Genau das ist das Problem. Der Typus Mensch, der Beamter wird, macht immer alles ganz richtig.
Und damit manchmal alles ganz falsch, was aber dieser Menschentypus selbst inklusive Vorgesetzter und der  breiten Öffentlichkeit nicht wahrnehmen kann. Nur der Typus Querdenker/Mitdenker/Fehlersucher scannt immerfort das amtliche Vorgeschriebene auf Fehler.Manche vorgeschriebene oder übliche Sichtweisen passen auf das Gros der Fälle,nicht aber auf Sonderbedingungen.Ich beispielsweise analysiere immerfort meine Weltsicht auf Über-oder auch Unterkontextualisierung,was der normale Beamte sicherlich nicht macht.So auch in diesem Fall.Sonst wäre nämlich diesbezüglich nachdenklichen Beamten im Laufe ihrer Ermittlungskarriere aufgefallen,was ich in der Psychiatrie gelernt habe:das reale Alter kann vom Aussehen bis zu 20 Jahren abweichen.Ich habe ein Foto eines Mitpatienten aus meiner Zeit in der Forensik Eickelborn,der wirkt maximal Anfang 20.Könnte auch für 17 durchgehen. War aber seinerzeit 33  oder 34.
Natürlich wird auch mal ein „Normaler“deutlich jünger aussehen als er ist.In der forensischen Psychiatrie ist es mir aber bei mehreren meiner Mitpatienten aufgefallen.Und zwar nicht bei Psychotikern (mit denen ich aber auch nicht viel zu tun hatte).Sondern bei „Persönlichkeitsgestörten“.Ich nehme mich nicht aus,bis Ende 40 wurde ich öfter mal“junger Mann“genannt.Heute mit Ende 50 hat das stark nachgelassen.
Die Querdenker-Sonderregel bezüglich Alterseinschätzung von Persönlichkeitsgestörten lautet also:kann locker 15 bis sogar 20 Jahre jünger aussehen als das wahre Alter.Steht,wie angedeutet,nicht im großen Polizeilehrbuch.
Nun weiß ich natürlich nicht,ob der hier diskutierte Täter persönlichkeitsgestört(landläufiges nicht so hochtrabene klingendes Wort wäre“komisch“) ist.Aber die Tatbegehung spricht doch sehr dafür.Selbst ein Normal-Sexualstraftäter sticht nicht einfach zu und verschwindet dann.
Da seit nun 9 Jahren ein 15 bis 25 jähriger Täter nicht gefunden wurde und im übrigen die Tatbegehung eher auf einen älteren“abgezockten“Persönlichkeitsgestörtenschließen läßt:das Täteralter liegt eher zwischen 25 und Ende 30.Aber natürlich steht das mit dem vom Anschein abweichendem Alter nicht in der Dienstanweisung.Und da der anständige Beamte keinesfalls eigenständig denkt,wird mein Profil sicher nicht Grundlage der Ermittlungsarbeit.
Das Polizeiprofil enthält sicher noch weitere Täterkriterien,die anders als das Alter nicht öffentlich kommuniziert werden.
Da ich das nichtöffentliche Profil des Täters nicht kenne,kann ich über zwei weitere mögliche Fehler des Polizeiprofils nur spekulieren.
Zum einen:nach FBI-Profilinglehre(habe ich schon gesagt,daß ich Profiling als“Wissenschaft „für Quatsch halte?Siehe Atlanta-Bombing) ist dieser Täter ein Mischtyp zwischen dem planenden (er hatte ein Messer dabei)und dem chaotischen Täter (von der zuerst verfolgten Joggerin ließ er ab).
Die „Chaoten „sieht das FBI als psychotisch und sieht sie in ihrem Wohnbereich morden.
Da die Polizei betont,daß sich der Täter im Mordgebiet sehr gut auskennen muß und sicher die FBI-Lehre im Hinterkopf hat,sucht sie ihn vermutlich-was die Polizei wirklich denkt,weiß ich diesbezüglich nicht- nur in Berlin oder im tatnahen Brandenburger Gebiet.
Kann auch stimmen.Muß aber trotz Tatortkenntnis keinesfalls stimmen.Hier kommen wieder meine Erfahrungen aus dem Maßregelvollzug ins Spiel.Einige Persönlichkeitsgestörte-ich sehe den Täter eher nicht als psychotisch-neigen zum“Stromern“.Mit günstigen Bahntickets-die Tat passierte bezeichnenderweise Sonnabends-verbringen sie ihre Freizeit in „Lieblingsgebieten“oft sehr weit weg von ihrem Zuhause (das kann,muß aber nicht zwingend eine Art betreutes Wohnen sein mit Behindertenarbeit in der Woche).In diesem Lieblingsgebiet fantasieren sie über geplante Taten,liegen auf der Lauer usw.“Zuhause“sind sie dann wieder der liebe Patient,der so tolle Fortschritte macht.Der hier schon im Blog erwähnte Eickelborner Kindermörder des Jahres 1990 scheint mir so ein Typ gewesen zu sein,obwohl er nur wenige Kilometer von der Anstalt entfernt“herumstromerte“.
Die Polizei müßte ihren Suchkreis,falls sie es nicht schon getan hat,auf mindestens Brandenburg ausdehnen.Auch das kann noch falsch sein,vielleicht wohnt er in Bayern und besucht nur gelegentlich die Tante in Berlin…
Der zweite mögliche Fehler der Polizei(wiederum weiß ich es nicht ):mangels Kenntnissen über Persöblichkeitsgestörte verpaßt sie einen auf deren Eigenschaften beruhenden Ermittlungsansatz.Die Eigenschaft:Persönlichkeitsgestörte fallen ihrem Umfeld durchaus als im weitesten Sinne „komisch“auf.Darüber hinaus waren oder sind sie häufig-aber nicht immer-in irgendeiner Form von sozialer Betreuung.
Eine Fahndung müßte also einmal die Öffentlichkeit besonders in Berlin und Brandenburg aufrufen,“Komische“zu melden.Und damit die Flut der Meldungen nicht allzu doll ausfällt,müßte der Aufruf beschränkt werden auf Leute,die 2009 vom Körperbild so schlank-dynamisch aussahen wie der Radfahrer und gleichzeitig ihrem Umfeld bekannt sind als deutlich älter als ihr Aussehen.Der zweite Aufruf müßte sich abseits der Öffentlichkeit an alle Betreuungseinrichtungen und Therapeuten in Berlin und Brandenburg richten.Gefragt werden müßte auch wieder nach“Komischen“mit entsprechendem Körperbild und der Alterdifferenz.
Das Schwierige-ich weiß im übrigen nicht,ob solch eine direkte Fahndung bei Therapeuten der Polizei erlaubt wäre-an der Therapeutenansprache:das sind Gutmenschen,die ihre abseitige Klientel geradezu heiligt und sich innerlich dagegen sträubt,ihre Mündel auch nur nur entfernt als potentiell kriminell zu sehen.Auf Begriffe wie“komisch“sollte man hier verzichten und wenn überhaupt,bräuchte es etliche verständige Worte für das schwere Los der Persönlichkeitsgestörten und der Therapeuten.Dann vielleicht sind diese bereit,mal über ihre Klientel nachzudenken.Durch das zu jung angegebene Alter konnten sie ja bisher entsprechende Überlegungen bezüglich einzelnen ihrer Klienten erfolgreich verdrängen. Sollten auch die Therapeuten  nicht persönlich sondern öffentlich angesprochen werden,sollte dieser Aufruf entsprechend warme Worte in Richtung dieser Zielgruppe enthalten.
Zu sagen wäre noch:sowohl in 2009 als auch nach Erscheinen des Morgenpost-Artikels habe ich mich per mail an die Polizei gewandt und diese Überlegungen in Kürze und übrigens auch ohne hier durchscheinende Polizeikritik gräußert.Eine Antwort habe ich nie erhalten.Die Gründe finden sich in den beamtenkritischen Ausführungen in diesem Text.
Deshalb-im nächsten Jahr jährt sich das Verbrechen zum zehnten Mal-stelle ich mein Profil des Täters hier mal öffentlich vor,vielleicht denkt die Polizei dann mal um.
Fairerweise möchte ich sagen:auch mein Profil ist nicht zwingend richtig. Vielleicht war es ja ein 20-jähriger jetzt in Frankreich lebender,der als Kind in Tatortnähe aufgewachsen ist…
Den findet auch mein Profil nicht.
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