Vor fast zwei Jahren

Forensikblog: März 2007

starb meine Mutter. Daß die Erbabwicklung bis heute noch nicht beendet ist, bestätigt mir, daß in Deutschland nichts mehr in Ordnung ist. Das Amtsgericht in Bielefeld ist nach eigenen Angaben so überlastet, daß es sich mit meinem Antrag auf Erstellung eines Erbscheins nach meinem Vater (Mutter war nur Vorerbin) immer noch nicht beschäftigen konnte. Der Antrag stammt aus 08/2006, ist jetzt also ein 3/4 Jahr alt. Ein Jahr lang, nämlich von April 2005 bis zum April 2006 dauerte die Ausstellung eines Erbscheins nach meiner Mutter. Den gab es in der Form, daß ich sogenannter unbefreiter Vorerbe bin. Das bedeutet: ich bin nur eine Art Verwalter des ganzen, habe aber kaum eigene Rechte, vor allem keine Veräußerungsrechte für eerbte Häuser. Da ist die Pleite Ende 2007 absehbar, zumal das Erbe ja auch nicht zu knapp aus “ ergänzenden “ Schulden besteht. Fachanwälte für Erbrecht habe ich natürlich konsultiert. Einer verziert seine Briefköpfe und Internetseiten mit einem Einhorn und behauptet, einziger Fachanwalt für Erbrecht in Ostberlin zu sein, mit toller Kanzlei in Berlin-Mitte. Trotz Einhorn jedoch hielt er die von mir gewünschte nochmalige Analyse des Testaments nicht für nötig und wollte mir stattdessen mehrere tausend Euro für die Beantragung einer „Pflegschaft fuer einen unbekannten Nacherben abnehmen. Gottseidank habe ich im Herbst 2006 nochmal mein loesemittelvergiftetes Gehirn gemartert und mir selbst einen BGB Kommentar zugelegt.Darin fand ich den Paragraph 2137 , der Ausfuehrungen zur befreiten Vorerbschaft macht. Formulierungen derartiger Art und Weise finden sich im Testament. Das habe ich der zustaendigen Erbschaftsrichterin im November 2006 mitgeteilt. Bis jetzt hat sie noch nichts entschieden, motiviert mich zu Erinnerungsanrufen( ja ja, rufen Sie mich ruhig an, ich muss mir das jetzt wirklich mal ansehen). Sehr wahrscheinlich hat sie im November schon meine Eingabe gelesen und weiss jetzt nicht, wie sie sich aus der Affaere ziehen soll. Denn als alter Knacki bin ich Hobbyjurist genug um zu erkennen, dass ich in der Sache recht habe. Was aber keinesfalls heissen muss, dass ich recht bekomme. Freitag steht der naechste Anruf an. Es bleibt spannend.

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